Anlagenplanung
AnlagenplanungJeder der eine Modellbahn bauen will, hat schon irgendwelche Vorstellungen, wie sie mal aussehen sollte. Wer völlig neu anfängt, sollte sich aber gründlich informieren, was es so am Markt für Möglichkeiten gibt.
Inhalt:
- Systemauswahl
- Lassen Sie sich Zeit!
- Möglichkeiten der Planung im Überblick
- Schattenbahnhöfe/Bahnhöfe/Ausweichgleise
- Steigungen und Ebenen
- Beispiel für H0 (1:87)
- Gleisabstand
- Planen Sie autonome Teilabschnitte!
- Beachten Sie die Zugänglichkeit!
- Quellen
Systemauswahl
Wechselstrom oder Gleichstrom? Spur H0, TT, N oder Z? Diese Entscheidung müssen Sie selbst treffen vor dem Beginn der Gleisplanung und niemand kann hier allgemein gültige Empfehlungen geben! Wir bieten Ihnen aber hier eine Übersicht über alle Maßstäbe im Modellbahnbau. Wichtig für die Systemauswahl sind:
- Neben dem zur Verfügung stehenden Platz,
- auch das Angebot an Modellen und Zubehör auf dem Mark,
- die "Bespielbarkeit" (wichtig für Familienväter die ihren Nachwuchs einbeziehen wollen)
- und natürlich die Finanziellen Möglichkeiten.
Lassen Sie sich Zeit!
Lassen Sie zwischen der ersten Idee, noch einmal eine Modellbahn zu bauen und dem Beginn der Realisierung ruhig einen längeren Zeitraum verstreichen. Sie werden nach dem ersten Entwurf Ihren Gleisplan unzählige Male wieder verändern, verbessern, verfeinern, erweitern. Wenn man sich dazu nicht ausreichend Zeit nimmt und gleich mit der Säge loslegt, wird man sich hinterher ärgern, wenn neue Ideen nicht mehr oder nur noch mit erheblichem Aufwand verwirklicht werden können.
Möglichkeiten der Planung im Überblick
Die eigentliche Planung sollte natürlich nicht mit dem Zeichenstift erfolgen - eine Methode, mit der es sehr schwer ist optimalen Gleispläne hinzubekommen.
- Marktführer für Gleisplanungssoftware ist Wintrack, ein ausgereiftes System mit unglaublich vielen Möglichkeiten. Es lohnt sich unter allen Umständen, sich mit dem Programm intensiv zu beschäftigen, um die rudimentär im Kopf spukenden Ideen in einen funktionierenden Gleisplan umzusetzen. Auch Märklin bietet diese Software als "offizielles Gleisplanungsprogramm" an.
- Eine weitere Möglichkeit sind die unzähligen Gleisplanbücher und Gleisplanvorlagen die im Internet und Fachzeitschriften zu Finden sind.
- Auch eine beliebte Möglichkeit ist das übernehmen von Original-Gleisplänen.
Schattenbahnhöfe/Bahnhöfe/Ausweichgleise
Zu Ausweichgleisen ist kurz zu Sagen: Die Länge des kürzesten Ausweichgleises bestimmt naturgemäß die Länge des längsten Zuges. Achten Sie darauf, dass möglichst alle Ihre Abstellgleise die gleiche Länge wie Ihr kürzestes Ausweichgleis haben.
Zu Bahnhöfen und Schattenbahnhöfen ist zu bemerken: Wenn man aus Stumpfgleisen rückwärts rangieren muss und das sogar mit längeren Zügen, sollten die Gleise 2-3% Gefälle haben, um das Entgleisen zu verhindern.
Steigungen und Ebenen
Eine Steigung von 3% bis maximal 4% sollte auf den Hauptstrecken mit den langen Zügen nicht überschritten werden. Kurze Züge auf bergigen Nebenstrecken schaffen auch 5%. Natürlich sind geringere Steigungen besser - meist lassen die Platzverhältnisse aber keine Wahl. Das Programm "Wintrack" hat als sehr wertvolle Hilfe eine Kontrolle über die maximale Rampensteigung und eine Höhenkontrolle.
Als minimalen Abstand zwischen den einzelnen Ebenen im nicht sichtbaren Bereich muss man neben der lichten Höhe der Züge, die Schaumauflage und eine Zugabe für das Trassenbett beachten. Wenn es ganz eng wird, kann das obere Gleis auch schon mal ein paar Zentimeter frei liegen. Um Oberleitungsstromabnehmer zu schonen, setzt man, wo es notwendig ist, ein dünnes Alu-Blech als "Niederhalter" ein.
Beispiel für H0 (1:87)
Für H0 (1:87) gilt eine mindest Ausschnitthöhe von 90mm das ergibt sich aus der Schaumauflage von 5mm, der lichten Höhe der Züge von 75mm und einer Zugabe von 10mm für das Trassenbrett.
Gleisabstand
Bei Parallelgleisen setzt das Planungsprogramm einen normalen Gleisabstand fest, der so gewählt ist, dass in Kurven sich keine Wagen mit den Zügen des Nachbargleises berühren können. Dieser Gleisabstand ist für gerade Bahnhofsdurchfahrten zu groß und sollte um 1 bis 2 cm verkleinert werden. Dadurch passen Fußgängerbrücken, Reiterstellwerke etc. besser über die Parallelgleise.
Planen Sie autonome Teilabschnitte!
Das ist ein ganz wichtiger Hinweis!:
Das Modellbauhobby ist sehr vielseitig, aber es macht keinen Spaß, wenn man wochenlang immer das Gleiche zu bauen hat. Viel interessanter wird es, wenn man sehr schnell einen in sich geschlossenen kleinen Gleisplan zum Laufen bringen kann. Vor allem aber müssen Sie die Steuerung schon ausprobieren können, um viele Fehler, die man im ersten Abschnitt gemacht hat, in den folgenden nicht zu wiederholen.
Rechts sehen Sie, wie am Anfang vor dem Hauptbahnhof die Gleise in einer "dummen" Kurve zurück geführt wurden. Später setzte sich dort die Anlage fort.
Also: Planen Sie so, dass Sie z. Bsp. den untersten Schattenbahnhof zuerst bauen und mit einem Teil der Hauptstrecke schon in Betrieb nehmen können. Dann bekommen Sie schnell Erfahrungen und können Besuchern auch schon "etwas" vorführen!
Beachten Sie die Zugänglichkeit!
Auch das sollte unbedingt beachtet werden: Die Tiefe der Anlage sollte nicht mehr als 1,70m sein, wenn sie von beiden Seiten aus zugänglich ist. Falls es irgendwie möglich ist, sollte man zusätzliche Mannlöcher einplanen, die einfach zu öffnen sind und sowohl in der Bauphase als auch bei späteren Gelegenheiten (Entgleisungen, Detailarbeiten etc.) einen leichten Zugang auf alle Teile der Anlage ermöglichen. Z. Bsp. kann man ein großes Mannloch im hinteren Teil der Anlage bauen und dessen Platte dadurch entnehmen, dass zwei echte Felssteine mit je einem Dübel von unten verbolzt sind. Damit kann man die Platte samt Bergbauernhof fest anfassen und hoch nehmen. Und unter der Platte hat sie eine Öse und die Wand dahinter hat einen Haken und so hängt der Bauernhof bei Wartungsarbeiten eben an der Wand!
Die Fugen ringsum das Mannloch werden durch Hecken, Bäume und Häuser so kaschiert, dass praktisch nichts von der Konstruktion zu sehen ist.
Planen Sie unbedingt von Anfang an solche Mannlöcher mit ein! Im Übrigen wird man natürlich beim Bau von hinten nach vorn und von unten nach oben arbeiten, so dass man bei Spantenbauweise immer zwischen die noch offenen Spanten krabbeln kann.
Auch die Bergspitzen sollte man ursprünglich abnehmbar gestalten und im Landschaftsbau als erstes fertig stellen. Es ist eben viel einfacher, den ganzen Berg auf den Basteltisch zu legen und wie ein Diorama erst fertig zu stellen, bevor er endgültig mit der Anlage verbunden wird.
Quellen
- Freie Enzyklopädie Modellbau Wiki
- moba-tipps.de



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