Weichenantriebe
Conrad Weichenantriebe optimiereÜber Conrad Weichenantriebe ist schon viel geschrieben und bei manchen offensichtlich ein Glaubenskrieg ausgefochten worden.
Inhalt:
- Weichenantriebe optimieren
- Einleitung
- Optimierungstipp zu Conrad Weichenantrieben
- Weichenantriebe schützen
- Mehr zu Weichenantriebe
- Quellen
Weichenantriebe optimieren
Einleitung
Unzweifelhaft ist der Antrieb die preiswerteste Möglichkeit, Weichen zu stellen. Mit Schaltdecodern von IEK, wie ich sie verwende, kostet ein kompletter Weichenantrieb einschließlich Decoder- und Versandanteil nur wenige Euros. Andererseits müssen die Dinger funktionieren. Hier hat es offensichtlich in der Vergangenheit einige "Flurschäden" gegeben.
Es scheint so, dass der Hersteller zwischenzeitlich sein Produkt verbessert hat. Die neueren Antriebe haben einen Vorwiderstand und einen Entstörkondensator. Frühere Erfahrungen mit Vorgängermodellen sind also wohl überholt.
Optimierungstipp zu Conrad Weichenantrieben
Hier nun ein Optimierungsvorschlag gefunden auf Moba-tips.de:
Merkwürdigerweise sind zwei Vorwiderstände eingebaut mit zusammen 21,5 Ohm. Durch die Widerstände arbeitet der Motor nicht so ruckartig und es knallt nicht ganz so am Endanschlag. Aber: Es kann ja mal passieren, dass der Stelldraht sich im extra gebohrten Loch nicht frei bewegen kann mit der Folge, dass die Endabschalter nicht funktionieren. Wenn aber der Motor Dauerstrom kriegt, fängt der Widerstand von 16 Ohm und 0,25 Watt Belastung zu qualmen an.
Außerdem brummt der Antrieb dann ständig - die ältere Version mehr als die neuere. Und das laute Klacken beim Schalten ist zwar nicht ungewöhnlich.
Optimierungsschritte bei Conrad Weichenantrieben
- Die beiden Widerstände auslöten und durch einen einzelnen von 68 Ohm ersetzen - belastbar mit 1 Watt.
- Der höhere Widerstand wurde möglich, da zusätzlich zum Entstörkondensator ein größerer Kondensator 63V / 3,3 Microfarad eingelötet wurde.
Ergebnis
Durch diese Maßnahmen wird die stark pulsierende Gleichspannung am Motor erheblich geglättet, der Motor zieht besser und verträgt einen höheren Vorwiderstand.
Das wiederum mindert entsprechend das Brummgeräusch, wenn mal der Endschalter nicht korrekt arbeitet. Der Strom fließt dann mit 75 mA, also wirklich so wenig, dass man es vernachlässigen kann. Am Widerstand fallen etwa 5V ab, also entsteht eine Wärmelast von etwa 0,4 Watt.
Der verbaute Kondensator ist ziemlich groß und findet keinen Platz im Gehäuse. Er wurde außen dran geklebt und die beiden Leitungen durch zwei Kerben am oberen Gehäuserand zum Motor geführt.
Und wenn man jetzt den Antrieb wieder zuschraubt, erkennt man ihn nicht wieder:
- Er schaltet sehr geräuscharm
- er brummt nicht mehr
- es verkohlt kein Widerstand
- es macht einfach Freude!
Die ganze Story klingt viel komplizierter als sie ist: Für den Umbau eines Antriebs braucht es nicht mehr als 10 Minuten.
Anmerkungen
- Man kann hier natürlich keinen Elektrolyt-Kondensator verwenden, weil der Motor ja mit jedem Schaltvorgang die Polarität wechselt.
- Für diese Art von Antrieben benötigt man immer Schaltdecoder, da normale Magnetartikeldecoder Gleichspannung ausgeben, und damit dreht der Getriebemotor nur in eine Richtung aber nicht wieder zurück.
Weichenantriebe schützen
Dieser Tipp richtet sich ganz speziell auch an Analog-Bahner, die noch mit richtigen „ehrlichen“ Schaltpulten arbeiten. Wie leicht passiert es dabei, dass man mal seinen Vorschlaghammer oder seine Spaltaxt auf dem Schaltpult ablegt und dadurch einen Dauerstrom verursacht?!?  :-)
Ein einfaches aufgeschlagenes Buch oder eine umgekippte Lok schaffen das leider auch!
Es passiert immer wieder, dass ein Weichenantrieb verschmort, weil er keine - oder eine überbrückte - Endabschaltung hatte und der Decoder aus irgendeinem Grund kein Ausschaltsignal sendete. Dabei ist es ganz einfach, diesen "Unfall" zu vermeiden:
Erstmal muss man wissen, wie hoch eigentlich die Wechselströme sind, die beim Stellen von Weichen fließen:
- Eine alte Märklin K-Gleis-Weiche zieht etwa 400mA. Das ist eigentlich erstaunlich wenig.
- Die neuen Weichenantriebe von Märklin brauchen 650 bis 700mA und werden entsprechend schneller heiß, wenn man die Endabschaltung überbrückt hat.
- Der Conrad-Antrieb – besonders wenn er optimiert ist – braucht etwa 75mA und kann ruhig Dauerstrom bekommen; dem passiert nichts.
- Ähnlich sieht es mit Servo-Antrieben aus.
- C-Gleis Weichen und Signale kenne ich nicht; meine Anlage ist noch nicht so weit, dass ich es wagen könnte, Signale aufzustellen, ohne sie gleich wieder um zu reißen!  :-)
Geschützt werden müssen eigentlich nur die neuen K-Gleis Weichen (die mit den ansteckbaren Antrieben), wenn man (zur Erhöhung der Schaltsicherheit) die Endabschaltung überbrückt hat.
Dazu lötet man in die beiden blauen Zuleitungen vom Decoder zur Weiche eine selbst rückstellende Polymer-Sicherung von je 200mA ein. Sie spricht lt. Datenblatt bei einem Strom von 400mA innerhalb von 7 Sekunden an. Bei einem Strom von 700mA sind es etwa 3 Sekunden – und das reicht für ein sicheres Schalten wie auch für ein sicheres Abschalten, wenn der Decoder das Ausschaltsignal vergessen haben sollte – und zwar bevor die Spule ein „Rauchopfer der Wissenschaft“ geworden ist. Für alte K-Gleis-Weichen wäre 120mA der richtige Wert; für andere Magnetartikel gelten entsprechende Sicherungen.
Natürlich könnte man die Sicherung auch in die gelbe Zuleitung einbauen und so einen Schutz der Weiche mit nur einer Sicherung erreichen. Für Analogfahrer mit Stellpult dürfte das auch reichen. Bei Automatikbetrieb dagegen genügt eine einzelne Sicherung nicht, denn sie stellt sich erst zurück, wenn kein Strom mehr fließt. Das passiert in dem Moment, wo die Automatik umschalten will, nur geht der Umschaltbefehl dann unter, da die Rückstellung ein paar Sekunden dauert - und schon kracht es!
Gespart am falschen Ende!
Diese Sicherungen gibt es für 2 x 47 Cent, und was ist besser als: Ausprobieren?!
Einen durchgebrannten Weichenantrieb dürfte es auf jeden Fall jetzt nicht mehr geben!
Mehr zu Weichenantriebe
Quellen
- Freie Enzyklopädie Modellbau Wiki
- moba-tipps.de



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