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Eine Drehscheibe ist meist eine Einrichtung zum horizontalen Drehen von Schienenfahrzeugen.
Inhalt:
- Allgemein
- Modelleisenbahn
- Siehe auch:
- Weblinks
- Quellen

Allgemein
Der Drehvorgang wurde vor allem bei Dampflokomotiven mit
Schlepptender durchgeführt, die meist nur in Vorwärtsrichtung mit ihrer
Höchstgeschwindigkeit fahren können. Daneben wurden Drehscheiben zum
raumsparenden Umsetzen eines Fahrzeuges in benachbarte Gleise benutzt.
Ein seltener Anwendungsfall liegt für straßengebundene Fahrzeuge vor
mit der O-Bus-Drehscheibe in Burg an der Wupper. Die Drehscheibe ist rund und kann einen Durchmesser bis über
20 m (Standard 23 oder 26 m) aufweisen. Durch die Mitte über den vollen
Durchmesser erstreckt sich der Hauptträger mit den Fahrschienen, auf
den die Lokomotiven auffahren. Dieser Träger ist auf dem sogenannten
Königsstuhl drehbar gelagert. An den Enden befinden sich Laufräder, die
auf einem Laufschienenkreis rollen. Durch die Drehung des Hauptträgers
können die Lokomotiven zur Abfahrt auf die gewünschte Position und das
gewünschte Gleis ausgerichtet werden. Drehscheiben wurden früher mit
Muskelkraft gedreht, im 20. Jahrhundert durch Elektromotoren, die einen
Teil der Laufräder antreiben.
Drehscheiben befanden sich zumeist in Bahnbetriebswerken direkt
vor dem Ringlokschuppen, in der Frühzeit der Eisenbahn auch am Ende von
Kopfbahnhöfen, beipielsweise dem ersten Bahnhof von Altona oder dem
Berliner Bahnhof in Hamburg. Letzteres wurde jedoch mit zunehmender
Größe der Lokomotiven aufgegeben. Drehscheiben sind in Europa nunmehr
vorwiegend in Eisenbahnmuseen zu sehen, in den USA jedoch noch
häufiger, da die Lokomotiven dort auch heute häufig nur einseitig einen
Führerstand haben.
Eine besondere Bauart ist die Segmentdrehscheibe. Bei ihr
überstreicht der Brückenträger nur ein Segment des Kreises. Sie kann
sich deswegen nicht vollständig drehen, also nicht für die Drehung in
Fahrtrichtung benutzt werden. Der Vorteil ist der viel geringere
Platzbedarf, sogar gegenüber Weichen. Die aufwändige Errichtung und
Unterhaltung läßt jedoch auch diese Bauart aussterben.
Es gibt auch Drehscheiben, die zwischen zwei Drehpunkten hin und her
geschoben werden können, und so besser zum Verteilen von Lokomotiven
auf unterschiedliche Gleise geeignet sind. Ein Beispiel dafür ist die
Drehscheibe im heutigen Eisenbahnmuseum Neuenmarkt-Wirsberg.
Heutzutage werden bei Bahnbetriebswerken hauptsächlich Schiebebühnen eingebaut, da sie es ermöglichen, mit dem geringsten Platzbedarf mehrere parallel verlaufende Gleise zu bedienen.
Modelleisenbahn
Drehscheiben entsprechen hier grundsätzlich in Form und Funktion
ihrem Vorbild. Beim Einsatz von 2-Leiter-Systemen muß man allerdings
beachten, dass die Polarität der Schienen auf der Bühne und der
Auffahrgleise entsprechend angepasst wird.
Siehe auch
WeblinksQuellen- Freie Enzyklopädie Modellbau-Wiki
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